Unterdruck im Faltenbalg

Reparatur, Restauration, Adressen

Moderator: Ulrich

Antworten
Nachricht
Autor
Kerl
Beiträge: 766
Registriert: 2. Jul 2007, 14:12

Unterdruck im Faltenbalg

#1 Beitrag von Kerl » 16. Apr 2011, 16:58

Mir ist gestern aufgefallen, dass die unteren Faltenbalge (oder bälger? Wie heisst das eigentlich :oops: ) irgendwie zusammengezogen sind, als wenn da Unterdruck drin ist. Nachdem ich die Schellen gelöst hab, hats gezischt und sie sahen wieder halbwegs normal aus. So ganz wollen sie nicht mehr in Form zurück, scheint also schon länger so zu sein. Ist mir halt beim Abschmieren so aufgefallen, hab da sonst nie drauf geachtet. *zugeb*

Was kann das für ne Ursache haben? Muss ich mir da Sorgen machen?
Fahren tut sich die Maschine ganz normal.

Grüsse
Daniel
Unsinn, die hat vier Takte - auf jeder Seite zwei!

Benutzeravatar
plessloui
Beiträge: 698
Registriert: 21. Okt 2007, 19:54
Wohnort: Wartburgkreis

Re: Unterdruck im Faltenbalg

#2 Beitrag von plessloui » 17. Apr 2011, 10:06

Normalerweise sollten die ganz unten ein Entlüftungsloch haben.

Kerl
Beiträge: 766
Registriert: 2. Jul 2007, 14:12

Re: Unterdruck im Faltenbalg

#3 Beitrag von Kerl » 17. Apr 2011, 23:35

Haben sie nicht, werd ich die Löcher eben "nachrüsten". :mrgreen:
Also nix schlimmes, technisch problematisches, wies sich anhört.
Unsinn, die hat vier Takte - auf jeder Seite zwei!

Benutzeravatar
bujatronic
Beiträge: 2430
Registriert: 24. Okt 2010, 14:10
Wohnort: Königswalde

Re: Unterdruck im Faltenbalg

#4 Beitrag von bujatronic » 18. Apr 2011, 13:13

naja, ist eigentlich ganz logisch, beim Einfedern verändert sich das Volumen der Telegabel. Voll ausgefedert schätze ich die eingeschlossene Luft auf 550, voll eingefedert auf 350 ccm, nach dem Gesetz von Boyle-Mariott (p*V=const) ergibt das einen Innendruck von rund 1,5 bar, durch Erwärmung können es noch mal schätzungsweise 0,5 bar mehr werden, also eine Verdoppelung des Drucks.
Die eingeschlossene Luft kann an etlichen Stellen entweichen (nehmen wir mal an, 100 ccm), Schmiernippel, Schrauben usw. sind nicht dicht. Stellt man dann die Lady ab, ergibt sich dann nach Abkühlung ein Druck von 0,81 bar, also leichter Unterdruck, vom Betrag her deutlich geringer als der maximale Überdruck, der sich daher (weil die Druckdifferenz zum atmosphärischen Druck viel geringer ist) entweder gar nicht oder nur sehr langsam ausgleichen kann. Bis dahin strömt halt Luft durch die Führungsbüchsen (die ja auch nicht abgedichtet sind) aus dem Raum in den Faltenbälgen (so m.E. der korrekte Plural), die es dann zusammenzieht. Das mit dem Loch hat also seine Berechtigung.
So, liebe Kinder, nun rechnet mal aus, was für ein Druck in der Telegabel herrscht, wenn ein BK-Fahrer, der von Rostock bei einem ausgeprägten Hochdruckwetter (1030hPa) und 35°C losgefahren ist, seine Lady auf den Cime de la Bonette (höchster Alpenpaß, 2802 m) abgestellt hat, weil dort Mistwetter mit -10°C herrscht, das ihm ein ordentliches Tief (982 hPa) beschert hat...

Frohe Ostern!
"Vergessen Sie auch nicht, daß jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht ist!"
Obering. Siegfried Rauch

Benutzeravatar
plessloui
Beiträge: 698
Registriert: 21. Okt 2007, 19:54
Wohnort: Wartburgkreis

Re: Unterdruck im Faltenbalg

#5 Beitrag von plessloui » 18. Apr 2011, 15:58

Und wer wollte das jetzt Wissen????

Benutzeravatar
bujatronic
Beiträge: 2430
Registriert: 24. Okt 2010, 14:10
Wohnort: Königswalde

Re: Unterdruck im Faltenbalg

#6 Beitrag von bujatronic » 18. Apr 2011, 19:27

das Bundesamt für Druckschwankungen.
Frohe Ostern!
"Vergessen Sie auch nicht, daß jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht ist!"
Obering. Siegfried Rauch

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 16 Gäste