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von bujatronic » 18. Apr 2011, 13:13
naja, ist eigentlich ganz logisch, beim Einfedern verändert sich das Volumen der Telegabel. Voll ausgefedert schätze ich die eingeschlossene Luft auf 550, voll eingefedert auf 350 ccm, nach dem Gesetz von Boyle-Mariott (p*V=const) ergibt das einen Innendruck von rund 1,5 bar, durch Erwärmung können es noch mal schätzungsweise 0,5 bar mehr werden, also eine Verdoppelung des Drucks.
Die eingeschlossene Luft kann an etlichen Stellen entweichen (nehmen wir mal an, 100 ccm), Schmiernippel, Schrauben usw. sind nicht dicht. Stellt man dann die Lady ab, ergibt sich dann nach Abkühlung ein Druck von 0,81 bar, also leichter Unterdruck, vom Betrag her deutlich geringer als der maximale Überdruck, der sich daher (weil die Druckdifferenz zum atmosphärischen Druck viel geringer ist) entweder gar nicht oder nur sehr langsam ausgleichen kann. Bis dahin strömt halt Luft durch die Führungsbüchsen (die ja auch nicht abgedichtet sind) aus dem Raum in den Faltenbälgen (so m.E. der korrekte Plural), die es dann zusammenzieht. Das mit dem Loch hat also seine Berechtigung.
So, liebe Kinder, nun rechnet mal aus, was für ein Druck in der Telegabel herrscht, wenn ein BK-Fahrer, der von Rostock bei einem ausgeprägten Hochdruckwetter (1030hPa) und 35°C losgefahren ist, seine Lady auf den Cime de la Bonette (höchster Alpenpaß, 2802 m) abgestellt hat, weil dort Mistwetter mit -10°C herrscht, das ihm ein ordentliches Tief (982 hPa) beschert hat...
Frohe Ostern!
"Vergessen Sie auch nicht, daß jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht ist!"
Obering. Siegfried Rauch