Topic 434

Reparatur, Restauration, Adressen

Moderator: Ulrich

Antworten
Nachricht
Autor
Gast

BK 52er Baujahr

#1 Beitrag von Gast » 28. Dez 2004, 00:52

Hallo BK Freunde,

ich hab´mir heute nach einiger Abstinenz wieder eine BK zugelegt.
Mir ist nach langer Suche eine der Ersten über den Weg gelaufen.
FgStNr. 850138, BJ. 52. Auf dem Typschild steht als Hersteller noch "VEB DKW Zschopau". Um die Maschine restaurieren zu können, suche ich jegliches Bild- u. Textmaterial zu diesem frühen Baujahr. Desweiteren benötige ich Ersatz für den abgesägten Vorderkotflügel und die verbaute Dneprlampe. Am Kotflügel hat jemand den Blechspritzschutz gegen einen solchen aus Gummi getauscht. Mir würde also auch ein verbeulter oder anders defekter Kotflügel reichen, wenn nur das hintere Ende in Ordnung ist.
Ich wäre über jeden Tip dankbar.

An der Maschine sind an den hinteren Federbeinen parallel kleine Stoßdämpfer montiert. Kann jemand sagen, ob es sowas als Zubehör gab und ob das was taugt???


Mit besten Grüßen
Karsten

Gast

#2 Beitrag von Gast » 28. Dez 2004, 14:59

Hallo Karsten,

ist noch der originale Motor drin? ...der dürfte beige lackiert gewesen sein, genau wie Getriebe, Kardangetriebe und Naben.
Die ersten Motoren hielten nur ca. 5000km und hatten dann KW-Schaden weil das hintere KW-Walzenlager zu klein war, später wurden ja dann die größeren Kugellager eingesetzt.
Weiter war das Motorgehäuse etwas anders, neuere Getriebe waren anschraubbar aber passten von der Form nicht, es blieb oben ein Schlitz, sie waren flacher und auch die Innereien waren anders.
Der vordere Kotflügel war auch geringfügig anders gearbeitet, hatte ein paar mehr Nieten.
Der Tank hatte für den Benzinhahn Innengewinde, diese Benzinhähne sind wohl heute kaum mehr zu bekommen.
Die Telegabel war auch anders, mit aufgeschweißten Muttern für Schmiernippel und Rotgusslaufbuchsen statt Pertinax, auch die unteren Tauchrohre waren nicht mit späteren tauschbar.
Bis wann all dies gebaut wurde ist aber unklar und würde mich interessieren.


Die Stoßdämpfer wurden für Geländezwecke angeschraubt,
dass erzählte mir zumindest ein alter hiesiger Händler. Sie hätten damals die Teilchen vom Berliner Roller genommen und mit Adapterblechen angeschraubt.
Ob das bei der offizellen G-Variante gemacht wurde weiß ich nicht.

Sehr schön also, lass hören wenn es wieder was Neues-altes gibt.

mfg Dirk

Gast

#3 Beitrag von Gast » 28. Dez 2004, 19:40

hallo BK Freunde,

erstmal besten Dank an Dirk für Deine prompte Antwort.
Gib mir mal einen Anhaltspunkt, woher die Info bezüglich der beige lackierten Teile stammt. Ich habe einige von den ganz alten Maschinen auf Fotos, aber nirgends gibt es Hinweise auf lackierte Antriebseinheiten. Auf der "Oldtema" in Leipzig war eine 53er BK mit beigen Motor/Getriebeblock ausgestellt. Kennst Du diese Maschine??

Beim Vorderkotflügel habe ich (leider nur auf Abbildungen und nicht an meiner Maschine) tatsächlich entdeckt, das der mittlere Halter nicht über dem Kotflügel, wie bekannt verschraubt ist, sondern unters Blech geht.
Was mich ganz besonders interessiert, ist die ältere Kardanausführung, bei der die untere Feder noch in einer Gummimanschette gekapselt ist. Wenn jemand so einen Kardan übrig hat, wäre ich stark interessiert.

Desweiteren besitze ich ein altes Getriebe mit der Nummer 478. Hier ist auf der Getriebeausgangswelle nicht die Gabel der Hardyscheibe, sondern eine Buchse mit aufgerändelter Oberfläche montiert. Hierbei scheint es sich um die allererste Ausführung mit dem aufvulkanisierten Gummigelenk anstatt der Hardyscheibe zu handeln. Mir ist nur vollkommen unklar, wie hier die Verbindung zur Kardanwelle hergestellt wurde. Wenn dazu jemand Info´s hat, bitte bescheidgeben.

Mit besten Grüßen
karsten

Gast

#4 Beitrag von Gast » 28. Dez 2004, 21:00

Hallo Karsten,

genau diese BK "kenne" ich. D.h. der Besitzer ist mittlerweile ein guter Bekannter.
Er hat die Bk wahrscheinlich als 2ter Besitzer wohl seit den 80er Jahren.
Sie wurde damals vermutlich wegen des KW-Schadens unverändert abgestellt, und ist so zu diesen Herrn geraten. Meines Wissens mit ca 5000km.
Weiterhin hat er immer wieder Teile gefunden die diese Lackierung(vermutlich alte Wehrmachtsfarbe)aufweisen.
Die Lackierung hat auch einen technischen Hintergrund!
Die Teile wurden noch nicht im Druckgussverfahren hergestellt und waren somit recht porös, eben undicht. Das Öl subbt direkt durch die Getriebewand raus. Das war an seiner Bk zu sehen und der Beweis für die damaligen Abdichtungsversuche.
Man sieht es den alten Gehäusen auch an, der Guss ist ziemlich grob.

Das ist wirklich original!

Mit dem Kardangehäuse kann ich dir nicht helfen, mir schwant aber, dass du den kompletten K. brauchst, die Zahnräder waren wohl auch anders, das Ritzel kürzer oder so.
Das fällt mir aber eben so ein, dass da mal was in der Richtung gesagt wurde, weiß es nicht sicher!
Mehr kann ich dazu nicht sagen, die Sache mit dem Getriebe/Kardan klingt wie die Variante auf dem Foto in der Galerie hier auf der HP, da fehlt tatsächlich die Hardyscheibe.

Habe hier im Forum mal etwas gestöbert und bemerkt, dass dir das meißte eh schon bekannt ist.
Die alten Naben sehen ja auch etwas anders aus. Ich habe eine solche in meiner 57er hinten drin. Das erkennt aber nur ein Freak, haber leider keine spätere Gute gefunden.

Du hast mal irgendwann von einer anderen Sattelaufnahme geschrieben, dass hab ich auch noch nicht gesehen.

Bin sehr am Vortgang interessiert!

Gruß Dirk

Gast

#5 Beitrag von Gast » 28. Dez 2004, 23:15

Hallo Dirk,

die Welt ist eben doch ein Dorf, vielleicht kannst Du mal ein Treffen mit dem Bekannten und seiner 53er BK organisieren. Von Halle nach Leipzig ist ja doch nur ein Katzensprung.
Ich denke daß mit den lackierten Gehäusen können nur Indizien sein. Vielleicht auch nur mal ein Modegag. Der Lack auf der Außenwand wird im Leben keine Undichtigkeiten beseitigen. Wenn unter dem Lack tatsächlich undichte Stellen sein sollten, würde das Öl im Laufe der Zeit den Lack unterwandern. Das Resultat wären so ungleichmäßige aderartige Kanäle unter dem Lack, die irgendwann den Lack anlösen und somit eine Stelle ins Freie finden.

Die erste Sattelaufnahme ist auf dem Bild in der Galerie zu sehen. Galerie/Prototypen/BK350Messe. Leider hat Sebastian dieses Bild nicht verlinkt, so das man es nicht vergrößert betrachten kann. Die Aufnahmen in der Galerie sind allesamt nicht besonders scharf, aber die Originale sind`s schon nicht. Ich habe die Bilder aus Büchern von 1952/53. Bemerkenswert fand ich die Bezeichnung von 1952, als die BK noch im Versuchsstadium war, " IFA DKW B 350". Also von "BK" war damals noch keine Rede.

Zur Frage der unterschiedlichen Telegabeln bin ich in der Betriebsanleitung von 1954 fündig geworden. Hier steht " Bis FGStNr.851500 unten Bronzebuchse Teil-Nr.02-822.12-0, oben Preßstoffbuchse Teil-Nr.02-822.14-0 ab FGStNr.851501 werden oben und unten fast doppelt so lange Preßstoffbüchsen eingebaut. Teil-Nr.02-822.14-1 oben, Teil Nr.02-822.12-1 unten. Ein Austausch ist ncht möglich."

Bis bald
Karsten

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste