Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

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Sport-Lu
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Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#1 Beitrag von Sport-Lu » 24. Jan 2014, 17:45

Hallo!

Ich hatte am neuen Kardan einen Defekt.
Auf der Ritzelwelle ist die Abstandshülse und ein paar Passscheiben.Die Passscheiben sitzen zwischen Abstandshülse und QB20-Lager.
Nach ein paar hundert Kilometern bemerkte ich zuviel Radialspiel am Triebling.Da habe ich aufgemacht und festgestellt,daß sich die Passscheiben durchgerieben hatten,der Triebling also zu weit nach aussen gewandert war.Das muss wohl gleich zu Anfang passiert sein,denn ich musste während der ersten 150km mehrmals die Keilschraube am Kreuzgelenk nachziehen.Da es eine neue Schraube war habe ich es darauf geschoben.
Vorher war eine Abstandshülse von 29mm und Passscheiben verbaut.
Die bessere Variante ist eine Abstandshülse von 26mm,der Distanzring (18 ;02-825.73-0) und einige Passscheiben nach Bedarf.
Noch ein Bild dazu:

Gruss!
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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#2 Beitrag von bujatronic » 26. Jan 2014, 09:34

Wenn es zu viel Radialspiel war, dann hat der Lagersitz innen in dem Vierpunktlager Luft gehabt, und wenn die Welle dann nach Belieben da drin hin und her wandern kann, ist dieser Verschleiß kein Wunder. Ansonsten wüßte ich nicht, wie so etwas passieren kann...
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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#3 Beitrag von Sport-Lu » 26. Jan 2014, 12:14

Vielleicht hab ich mich mißverständlich ausgedrückt.
Ich hatte gemerkt das sich der Triebling mehr Winkelgrade als üblich hin-und herdrehen ließ.Da die Passscheiben durchgerieben waren und ich die Keilschraube mehrmals nachgezogen habe,wanderte der Triebling einige zehntel Millimeter weiter von der Tellerradachse nach aussen-ergo mehr Spiel!Das ist alles!
Ich wollte nur darauf hinweisen,daß die erste Art des Ausdistanzierens der Trieblings Fehler hat.Wenn man sich das ansieht wird es schnell klar
.Der grosse Radius am Innenring des QB20 und der nur um 2mm grössere Aussendurchmesser der Abstandshülse bewirkte,daß die Passscheiben nur auf einem 1mm breiten Rand trugen.Vielleicht war das Material der Abstandshülse auch etwas zu weich.Ich weiss nicht was hier zuerst nachgegeben hat.

Gruss Jörn! :mrgreen:
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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#4 Beitrag von bujatronic » 28. Jan 2014, 21:25

schwierig, das auf dieser Ebene zu klären. Aber wenn sich bei richtig eingebauten Lager und Triebling die Welle seitlich (radial) bewegen läßt, stimmt was nicht. Hast Du ein QB20 verbaut? Also mit geteiltem Außenring? Dann dürfte eine noch so verschlissene Ausgleichsscheibe nie und nimmer ein radiales Spiel bewirken.
Anders bei geteiltem Innenring. Dann könnten schon die daraus resultierenden axialen Kräfte bei zu geringer Auflagefläche die Ausgleichsscheiben "zerniddeln" mit den beschriebenen Folgen.
Hoffe Dir geholfen zu haben...
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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#5 Beitrag von 354 Frank » 28. Jan 2014, 23:42

Der Jörn hatte mir mündlich schon mal von seinem Problem berichtet. Aber selbst mit den Bildern ist mir immer noch schleierhaft wie es zu diesem Schadbild kommen kann.
Dass man mit dem Keil so viel Druck auf die Hülse bzw. die Ausgleichsscheiben ausüben kann das man sie breitdrückt kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Der Keil besteht ja nicht aus besonders hartem oder gehärtetem Material und ist ja auch nur mit einem Gewinde M6 versehen. Eine weitere Möglichkeit wäre das die Abstandshülse innen zu weit ausgedreht worden ist, so mit Luft auf der Welle hat und das dann durch einen nicht weit genug angezogenen Keil die Scheibe durch die sich radial bewegende Hülse zerrieben wird.
Das passt aber nicht zum Bild. So wie das aus sieht hat sich die Geschichte gegeneinander verdreht. Jetzt ist die Frage was sich gedreht hat. Möglichkeit eins wäre der Innenring des vorderen Nadellagers. Möglich wäre hier das der originale Lagersitz so weit verschlissen war, das der Schleifer um es rund zu bekommen zu viel abgetragen hat und nun der Lagering zu locker auf der Welle sitzt. Wäre das der Fall und der Schaden wäre durch ein sich mitdrehenden Innenring des inneren Lagerrings des Nadellagers hervorgerufen, so müsste sich beidseitig an der Abstandshülse Verschleiß zeigen. (Kann man auf dem Bild nicht sehen) Möglichkeit zwei wäre ein sich mitdrehender Innenring des QB Lagers. Durch mehrmalige Montage kann der Lagersitz so weit verschlissen sein das der Lagerinnenring durchaus so viel Luft auf der Welle hat das er sich mitdrehen kann.
Da das QB Lager die extremen axialen Kräfte aufnehmen muss würde ich den Fehler suchen.
An dieser Stelle wieder der Hinweis: Im Zweifelsfall IMMER mit Kleber arbeiten!

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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#6 Beitrag von bujatronic » 30. Jan 2014, 21:55

wenn jemand Loctite 620 braucht, bitte melde Dich!
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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#7 Beitrag von Sport-Lu » 31. Jan 2014, 11:44

354 Frank hat geschrieben:Der Jörn hatte mir mündlich schon mal von seinem Problem berichtet.

Frank,da ging es um einen anderen Kardan.Der mit der aufgechromten Lagerstelle+Hülse für das Nadellager.
Der aktuelle Kardan ist mit den Teilen aus der Nachfertigungsaktion.
Die Abstandshülse ist auf der dem Nadellager zugewandten Seite wie neu.Von der anderen Seite ist das Bild im ersten Beitrag.
Ich hatte ja nun alles wieder zusammengebaut.Bin gerade eben noch 20km gefahren.Als ich zuhause war konnte ich die Keilschraube wieder etwas nachziehen.
Das werde ich im Auge behalten und nach ein paar Kilometern nochmal zerlegen.

Gruss Jörn! :mrgreen:
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Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#8 Beitrag von Sport-Lu » 5. Feb 2014, 12:18

Ich bin letzten Samstag nochmal 50km mit der BK gefahren.Zuhause angekommen konnte ich die Keilschraube wieder nachziehen.Irgendwas hatte sich wieder "gesetzt".
Nochmal am Kardanhals aufgemacht und nachgesehen.Passscheiben,Hülse und Distanzring sahen gut aus.
Beim Zusammenbau hab ich dann wohl den/die Fehler bemerkt.
Zum ersten ist die Verzahnung der verbauten Gelenkwelle an der Gelenkgabel schon ziemlich abgearbeitet,d.h.ich kann diese leicht auf den Triebling aufstecken.
Zweitens entfällt ja bei den Neuteilen aus der Nachfertigung die Federscheibe B16(Nr.43)
zum Vorspannen der gesamten Trieblingslagerung.Das muss hier durch beigelegte Passscheiben hergestellt werden.Diese Passscheibe war bei mir auch verdrückt und zerrieben.Offenbar hatte ich hier zu wenig Vorspannung reingebracht.In Verbindung mit der fast "luftigen"Verzahnung hat sich diese Kombination wohl langsam losgerüttelt.Durch das nun leichte Wandern des Trieblings bei Lastwechseln haben sich wohl die Passscheiben langsam plattgedrückt und zerrieben.So denke ich es mir.Es ist halt schwer zu beschreiben.
Trotzdem rate ich allen hier einmal zu Kontrollieren.Kardanglocke ab und mal am Kreuzgelenk wackeln.

Gruss Jörn! :mrgreen:


Ich wollte den Fred-Titel noch ändern aber irgendwie klappt das nicht. :shock:
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354 Frank

Re: Hinweis zur Ritzellagerung neuer Kardan

#9 Beitrag von 354 Frank » 7. Feb 2014, 00:28

Das ergibt Sinn Jörn!
Der Gedanke dass die Verzahnung Spiel haben könnte, kam mir gar nicht. Beim letzten Treffen hat Andrè auch gleich den Finger auf meine Kardanwelle gelegt. Mit ausgelutschten Verzahnungen hatte ich nicht zu kämpfen, zu mindest nicht hinten bei der Gelenkgabel, aber mit der Lauffläche des Dichtrings. Die war nämlich bei allen Gabeln entweder stark eingelaufen oder durch Rost geschädigt.
Das zeigt aber auch mal wieder dass die originale Konstruktion gar nicht so schlecht war.
Die Wellscheibe hätte sich zwar auch abgenutzt, hätte aber auch das entstandene Spiel wieder ausgeglichen.
Ne Gabel müsste ich noch haben, muss aber erst mal suchen.

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