Seite 1 von 1

Ist es normal, dass...

Verfasst: 11. Aug 2012, 16:55
von Kerl
1. ...die Auspuffe immer etwas ölig sind?
2. ...der Vergaserraum immer verölt ist und sich unten drinnen eine Ölpfütze sammelt?
3. ...man zwischen jedem Gang einen Leerlauf hat?

Soweit erstmal die Fragen, zur Übersichtlichkeit.
Nachdem unsere BK ja dank elektronischer Zündung endlich zuverlässig und einfach klasse läuft, warm wie kalt ordentlich anspringt und auch im Stadtverkehr quasi stundenlang an der Ampel tuckern kann, interessieren mich besonders die ersten beiden Fragen. Ich war mir nie so ganz sicher, ob das nicht mit den ständigen Aussetzern eines der beiden Töppe zusammenhing.

Zur dritten Frage: Mir hat jemand erzählt, dass es NICHT normal sein, dass man Zwischen den Gängen jeweils in den Leerlauf schalten kann. Und dass man das nicht machen soll, wegen des Getriebes. Stimmt das oder kann ich es ins Märchenreich abschreiben?
Runter schalte ich grundsätzlich in diesen Zwischenleerlauf und lasse dabei etwas Gas stehen. Wenn die passende Drehzahl erreicht ist, schalte ich weiter runter. Das geht mittlerweile auch ohne Kupplung geräuschlos, wenn man Zeit hat (Ortsdurchfahrten vom 4. in den 3. schalten etwa). Ist das wirklich schädlich?
Mit unsynchronisierten Schaltgetrieben hatte ich bisher nix zu tun. :oops:

Grüsse
Daniel

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 11. Aug 2012, 17:11
von Utomborder
Du hast drei mal ja und bist im Recall!

Alles normal!!

Grüße
Henrik

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 11. Aug 2012, 17:15
von Kerl
Huch, das ging ja fix. Und beruhigt mich sehr.
Wäre auch wirklich ärgerlich gewesen, jetzt nochmal einen Fehler suchen zu müssen, wo doch endlich alles läuft.

Danke dir! :mrgreen:

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 08:15
von bujatronic
das mit dem Schalten machst Du vollkommen richtig. O-Ton in der Betriebsanleitung: "Geräuschloses Schalten setzt jedoch eine gewisse Fahrpraxis und Gewöhnung an das Getriebe voraus." Damit ist dieses kurze Verweilen im Leerlauf gemeint. Beim Runterschalten ist etwas Zwischengas gut. Aber kuppeln würde ich immer, mindestens beim Einlegen des nächsten Ganges, sonst verschleißen die Schaltmuffen unnötig. Ich weiß, daß es auch ohne geht, aber dieses Können sollte man sich aufsparen, wenn mal der Kupplungszug gerissen ist...
Bei allen Getrieben muß zwischen den Gängen ein Leerlauf sein (der jedoch i.allg. nicht rastet), sonst könnte es ja vorkommen, daß während des Wechselns mal kurzzeitig zwei Gänge eingelegt wären, was zum sofortigen Blockieren und zum Getriebesalat führen würde.
Bei den T55-Panzern kam es selten mal vor, daß 2 Gänge drin waren. Das lag an der Konstruktion. Der Antrieb jeder Schaltmuffe (1./R., 2./3., 4./5.) war am Getriebe einzeln herausgeführt, und es gingen 3 Schaltgestänge zum Fahrer. Dort war eine Art Schaltkulisse, die zusätzlich mit einer Sperre versehen war. In die mittlere Gasse 1./R. kam man nur, wenn am Schalthebel eine kleine Klappe betätigt wurde, die über einen Bowdenzug die Sperre löste (beim T34 war es genau andersrum). Aber Bowdenzüge kommen ja auch in die Jahre, der allgemeine Dreck usw. führten manchmal dazu, daß die Sperre hing, und da kam es eben vor, daß 2 Schaltgestänge (meist waren es 1. und 3. Gang) geschoben wurden, und wenn das Fahrzeug langsam genug war, konnten dann 2 Schaltmuffen gleichzeitig reinrutschen. Rumsdibums, mit einem Ruck stand die Karre. Aber soweit ich mich erinnere, waren die Getriebe robust genug und haben kaum Schaden genommen, zumal ein intelligenter Fahrer ohnehin über die Lenkgetriebe ausgekuppelt hätte. Dann kam folgendes Schauspiel: Nach etlichen Kraftausdrücken des bzw. der Vorgesetzten wurden Brechstange und Vorschlaghammer geholt (waren sowieso die wichtigsten Werkzeuge am Panzer und lagen immer bereit), Motorplatte wurde geöffnet, Kühler ausgeschwenkt, dann kam man an die Hebelei am Getriebe ran.
Ein kräftiger Ruck oder 2 Schläge haben dann meist das Problem gelöst...

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 09:59
von Utomborder
Wir fahren aber keinen T55. Bei der BK ist es unmöglich, 2 Gänge gleichzeitig einzulegen!!!

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 10:24
von Sport-Lu
Hallo!

zu 2 und 3:ja ,ist normal.Runterschalten tu ich immer mit Leerlauf und Zwischenkuppeln.
zu 1:jein.Wenn du kein mineralisches Öl fährst,ist es nicht mehr "so" ölig.

Gruss Jörn! :mrgreen:

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 11:41
von bujatronic
@ Utomborder: Deswegen habe ich ja auch geschrieben:
"Bei allen Getrieben muß zwischen den Gängen ein Leerlauf sein", damit ist natürlich auch das BK-Getriebe eingeschlossen...
Allerdings ist auch bei der BK nicht völlig ausgeschlossen, daß das Getriebe blockiert. Als ich mein Wrack damals aufgefunden habe, war wegen mangelnder Wartung (Getriebeöl alle) das Losrad vom 1. Gang auf der Abtriebswelle festgefressen. Die Heinis haben wohl mit Gewalt noch dran rumgedoktort oder wie auch immer, jedenfalls war zusätzlich ein weiterer (ich glaube der 2.) Gang eingelegt. Dadurch drehte sich nichts mehr. Das war natürlich nicht sofort ersichtlich, so daß ich erst von einer Blockierung im Kardan ausging. Das brachte mich bei den Preisverhandlungen zwar in eine vorteilhafte Situation, allerdings war die Überholung des Getriebes dann recht aufwendig...

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 14:27
von Kerl
Wunderbar, dann ist ja alles mehr oder weniger normal.
Ich verwende seit einiger Zeit teilsynthetisches Öl, aber grossartig verändert hat sich am "veröltsein" des Auspuffs nix. Auch durch 1:33 war die Veränderung äusserst gering. Vielleicht viertaktert sie etwas zu stark beim abtouren, wer weiss.

Wo wir gerade so schon beim Frage - Antwort Spiel sind:

Ist es normal, dass man beim Wechsel des Kardanöls nur ca. 50 ml wechselt?
In der Anleitung stehen ja 150 ml. Ist mir jetzt zum wiederholten Male aufgefallen und macht mich neugierig. :wink:

Grüsse und schönen Sonntag
Daniel

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 17:26
von Sport-Lu
Hallo!

Ja,beim Kardanöl-Wechsel kommen da immer nur gut 80ml raus.
Ich hatte mal einen Liter 17€ teures Zweitaktöl 1:25 verfeuert.Die Auspüffe waren während dessen deutlich sauberer als bei mineralischen Addinol.
Vom 1:33 halte ich nix.Hab mal gehört,daß bei einem Gleitlager(Pleuelbuchse/Kobo)
mehr die Ölmenge als die Qualität entscheidend ist.Evtl.ist das nur eine Stammtischweisheit,bin mir da nicht sicher.
Wenn der Motor viertaktet,würde ich mal die Schiebernadel(n) 1 Kerbe tiefer hängen.

Gruss Jörn! :mrgreen:

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 12. Aug 2012, 18:55
von bujatronic
Zur Stammtischweisheit (die ja nicht a priori dumm sein muß):
Die Qualität des Öls wird beim API (American Petroleum Institute) in einem Prüfmotor auf folgende Weise getestet: Der Motor wird mit dem zu prüfenden Öl in der vom Hersteller vorgeschriebenen Menge warmgefahren. Dann wird bei Vollast die Kühlung weggenommen und die Zeit gestoppt, bis das Drehmoment auf 50% abgefallen ist (der Motor also kurz vor dem Fressen ist). Je nachdem, wie lange das dauert, werden dann die Öle klassifiziert in TA, TB usw. bis TD, manchmal wird auch ein + dazugestellt (ich glaube für die biologische Verträglichkeit).
Daraus resultiert, daß ein TC-Öl (z.B. Addinol MZ408) auch bei wesentlich höheren Temperaturen noch einen sicheren Schmierfilm aufbaut. Ich glaube nicht, daß sich das durch noch so viel Öl minderer Qualität ausgleichen läßt...
Man bekommt TC-Öle locker für deutlich weniger Geld (Größenordnung 5,-€ pro Liter), wenn man es in 20-Liter Gebinden kauft, mache ich schon länger so. Wenn sich das nicht lohnt, dann tun sich eben ein paar Zweitakt-Fans zusammen, 5 oder 10 Liter z.B. sind doch eine überschaubare Menge. Ich verbrauche in meinen 6 MZs etwa 3- 4 Liter pro Jahr (die BK ist die siebente und sie bekommt natürlich von Anfang an das Beste).
Ich bringe zum nächsten BK-Treffen, das vsstl. in Chemnitz/Rabenstein stattfindet, gern einen oder ein paar Kanister mit. Gerade angesichts der eben wieder aufgeflammten Diskussion um die Kolbenklemmer sollte sich diese Investition lohnen. Man muß ja nicht gleich 1:100 fahren...

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 13. Aug 2012, 23:34
von Kerl
Ich denke, den Begriff "Menge" in Verbindung mit der doch extrem schmalen Passung eines Bolzenauges in Verbindung zu bringen, ist schon etwas gewagt. Zwischen Buchse bzw. Kolbenauge und Bolzen ist kaum Öl, ist ja auch kaum Platz dafür vorhanden. Hier entscheidet meiner Meinung nach mehr die Qualität.
Bisher waren noch alle Kolben dermaßen verölt, dass ich mir da keine Sorgen mache. Wie lange das Öl seine Schmierfähigkeit allerdings behält, wäre noch interessant.

Re: Ist es normal, dass...

Verfasst: 17. Aug 2012, 21:01
von bujatronic
wie gesagt, ich verbrauche einen Kanister in 5-6 Jahren. Noch nie ein Ölproblem gehabt, und wir fahren 2 ETZ 251 mit 1:120 und eine ETZ 125 mit 1:150 (Frischöl). Ich lagere den Behälter gut verschlossen schön kühl und dunkel im Keller, denn zumindest einige der vollsynthetischen Öle sind ja biologisch abbaubar, z.B. Castrol Greentec. Damit nicht die Abbau-Mikroorganismen reinkommen...