OT-Findung und Zündzeitpunkt einstellen

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schilling
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OT-Findung und Zündzeitpunkt einstellen

#1 Beitrag von schilling » 11. Aug 2017, 09:54

Hallo,

sicherlich ist dieses Thema im Forum bereits wiederholt besprochen worden. Trotzdem möchte ich noch einen kleinen Beitrag liefern.
Meine BK lief nach dem "Winterschlaf 16/17" auf einmal nicht mehr richtig (Leistungsminderung). Da fängt man an zu suchen. Sicherlich hätten mich die Kerzenbilder (hellbeige/grünlich) schon
zu einer Komplettreinigung des Kraftstoffsystems zwingen müssen, was ich später auch erledigt habe und die das Problem auch beseitigt hat.
Allerdings habe ich auch die Zündung geprüft. Das Nervige war wieder einmal: Linker Kopf ab, Messuhr auf Trägerschiene eingebaut.
Messergebnis: Zündzeitpunkt 4mm v. OT, Unterbrecherplatte am Anschlag.
Maßnahme: Langlöcher nachgefeilt, 3mm v. OT bei UK 0,4mm eingestellt.

Sicher kommt es nicht jeden Tag vor, dass die Zündeinstellung überprüft werden muss. Mich stört es jedoch auch bei größeren Prüfzeitabständen, u. a. einen Kopf abnehmen
und wieder einbauen zu müssen.

Deshalb hatte ich mal im Forum nach einer Alternative gesucht und bin unter Topic 114 fündig geworden: #9 (Micha):
Dazu eine Bemerkung:
Die Einstellehre, die MZ seinerzeit für die ES250 mit 45° Kerzenwinkel gebaut hat, besitzt wesentliche Vorteile:
-kein Abbau eines Kopfes und Montage einer Messuhrhalterung nötig
-keine Montage einer Gradscheibe erforderlich
-Skala von 0 - 5mm in 0,5mm-Abständen

Wegen dieser Vorteile habe ich mich zu einer "Eigenkonstruktion" entschlossen.
Zwei Bilder meines Entwurfsmusters einer solchen Einstellehre (auf BK350 angepasst) habe ich angehängt und zwar die Lehre selbst und ihre Montage in eine Geometrie,
die dem Zylinder bzw. Zylinderkopf der 17-PS-Version mit 45° Kerzenwinkel entspricht. Die Farbgebung der Bauteile ist unwichtig.
Gegenüber der MZ-Version musste der Fühler und die Skala geändert werden.

Sobald die Lehre gebaut ist, werde ich sie testen und darüber hier berichten.

Gruß Schilling


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Kerl
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Re: OT-Findung und Zündzeitpunkt einstellen

#2 Beitrag von Kerl » 11. Aug 2017, 13:58

Warum die Arbeit? Man bekommt es doch auch mit etwas Gefühl mit einem ganz ordinären Draht hin. Dazu muss auch nicht der Kopf runter. Ich behaupte mal ganz frech, dass früher kein Mensch zur Zündungseinstellung jedesmal den Kopf demontiert hat. Wozu auch?

Wenn man kein Gefühl, aber dafür keine zwei linken Hände und gute Augen hat, kann man auch einen normalen Messchieber mit Tiefendorn nehmen. Also das, was man billig im Supermarkt bekommt und fast jeder hat. Steckt man den Tiefendorn ins Kerzenloch und positioniert den Messchieber richtig, hängt der exakt waagerecht am Kopf. Jetzt drückt man ihn nur mit der rechten Hand gegen den Kopf und mit einem Finger den Tiefendorn gegen den Kolben. Mit der linken Hand dreht man die KW mit einem passenden Schlüssel. An der Skala kann man dann ablesen.
Linkshänder machen es umgekehrt. Welchen Zylinder man nimmt ist nämlich vollkommen wurscht.

Ich will hier gar nicht deine Mühe und Arbeit schlechtreden. Dein Weg ist die Königsklasse. Aber nötig eigentlich nicht.

Messgeschobenen Gruss
Daniel
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schilling
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Re: OT-Findung und Zündzeitpunkt einstellen

#3 Beitrag von schilling » 11. Aug 2017, 14:33

Meinst Du nicht, dass die Totpunktmessung und die nachfolgende Einstellung bei 3mm v. OT bei gespreizten Fliehkraftgewichten mit Deiner Methode ziemlich kompliziert und ungenau ist?
Ob die Einstellungen verlässlich sind, kann ich nicht beurteilen.
Es geht hier um Zylinderköpfe mit einem Kerzenwinkel von 45°.
Bei Köpfen mit 90° geht es sicher auch mit dem Tiefendorn eines Messschiebers. Aber auch hier ist eine Messuhr besser geeignet.
Wenn man Pech hat, rutscht der Tiefendorn mal in die Zentrierbohrung des Kolbens und mal nicht...
Dass es egal ist, welchen Zylinder man zur ZZP-Einstellung nimmt, weiss man.

Viele Grüße
Schilling

Kerl
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Re: OT-Findung und Zündzeitpunkt einstellen

#4 Beitrag von Kerl » 12. Aug 2017, 10:00

Ich rede auch von den 45° Köpfen. Gerade dort funktioniert die Methode gut, weil der Messchieber mit seinem Dorn einfach dort hängen bleibt und man ihn nicht festhalten muss.
Damit bekommt man auch wiederholbare Ergebnisse. Der Tiefendorn landet irgendwo seitlich am Kolben, kann also nicht in der Zentrierbohrung landen.

Kompliziert, naja. Man sucht sich halt den OT und merkt sich die Zahl auf der Skala. Dann dreht man zurück, bis man seine gemerkte Zahl + 3mm hat, fertig. Bis dahin braucht man ja nichts spreizen. Jetzt stellt man den Unterbrecher ein und spreizt dazu den Fliehkraftversteller.
Für alle paar Monate mal den ZZP einzustellen reicht es, finde ich. Für alles weitere ist eine Gradscheibe einfacher hergestellt und auch etwas genauer (sofern das bei der archaischen Technik überhaupt eine Rolle spielt :wink: ).

Aber mach mal, bin gespannt aufs Ergebnis. :mrgreen:

Gruss
Daniel
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Re: OT-Findung und Zündzeitpunkt einstellen

#5 Beitrag von bujatronic » 18. Mai 2018, 18:19

Hallo, diese Einstellmimik gab es schon mal als Original-MZ-Ersatzteil, allerdings für die ES-, ETS- und TS-Modell mit der seitlichen Kerze. Leider passen sie nicht so ohne weiteres an die BK, man muß ein bißchen am Gehäuse abdrehen, damit es in den Kopf paßt.
Hier noch eine Alternative, einfach eine M8-Gewindemuffe (Verlängerung) an einen Stehbolzen geschraubt und eine Fahrradspeiche (Gewinde ist m.W. zöllig) entsprechender Länge anstatt der Spitze in die Meßuhr gesetzt (dort M2,5), es ist zwar nicht identisch, aber es geht. Die Schraube M6 im Vordergrund ist nur zum Messen des Axialspiels des Kurbelwelle (genauer des 6305 - ist bei mir konstant 0,1mm) dran und zur Zündeinstellung nicht nötig. So geht es mühelos und genau...
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