gummi Kuh

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Moderator: Ulrich

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Herman
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gummi Kuh

#1 Beitrag von Herman » 19. Sep 2005, 11:55

Ich habe schon mehrmals für die BK 350 als Scherzname "Gummi Kuh" gelesen :? . Hat jemand Ahnung wo die Name her kommt??
rengdengdengdengdeng ;-)

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kutt
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#2 Beitrag von kutt » 19. Sep 2005, 12:30

Gummi-Kuh ist der Spitzname eines Motorrads von BMW. Die Maschinen mit Boxermotor (R-Reihe) haben diesen bekommen, weil die alten Modelle beim Anfahren - bedingt durch die Kardanwelle zur Kraftübertragung an das Hinterrad statt einer Antriebskette - hinten nach oben gingen und durch den Boxermotor im Stand ständig von rechts nach links wackelten.

Der Ausdruck geht auf den legendären Motorradjournalisten Ernst Leverkus zurück; dieser bemerkte während einer Testfahrt auf einer BMW sehr deutlich das Verhärten der Hinterradfederung durch den Kardanantrieb. Beim Gasgeben verhärtete sich in der "Vorparaleverära" der BMWs die Federung, dadurch hob sich das Heck der Maschinen deutlich an.

Kühe pflegen sich üblicherweise mit dem Hinterteil zuerst zu erheben. Klacks leitete daraus den Titel "Gummikuh" ab. Das "Gummi" ist im laufe der Evolution verloren gegangen, übrig blieb "Kuh". Seitdem werden BMW-Boxermotorräder mehr oder weniger liebevoll als "Kühe" bezeichnet.
Quelle: http://www.adlexikon.de/Gummi-Kuh.shtml

könnte bei der bk ja auch so sein

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Michael
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#3 Beitrag von Michael » 25. Sep 2005, 12:06

Interessant! Das Boxermotoren die nicht gleichzeitig zünden den Motor hin und her 'werfen' wußte ich, aber daß sich sogar das Heck hebt..!? Ich habe bei der BK noch nichts gemerkt..

Gruß,
Michael

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kutt
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#4 Beitrag von kutt » 25. Sep 2005, 12:58

naja ich habe mal drauf geachtet

das mit dem hin und herwerfen hab ich bei der bk auch - im standgas da passiert es ab und zu mal das nicht beide zünden.

das "heben" konnte ich nicht nachvollziehen

Ulrich
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Einen heben...

#5 Beitrag von Ulrich » 26. Sep 2005, 09:20

Bei der Geradwegfederung ist das "Heben" nicht spürbar. Bei einer Schwinge dagegen schon!

Viele Grüße von Uli :D

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Holger
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#6 Beitrag von Holger » 26. Sep 2005, 09:39

Auf meiner R100RT fahre ich regelrecht Fahrstuhl, wenn man den Gasgriff mal richtig aufmacht..
Aber das leigt eben an der Schwinge, wie schon gesagt, die Geradeweg federung hat dieses Problem nicht.

Holger

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kutt
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#7 Beitrag von kutt » 26. Sep 2005, 12:00

hmm so genau hab ich mir ne rt noch nicht angekukt

wenn ich mal wieder eine sehe werd ich mal drauf achten

ich256
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Re: gummi Kuh

#8 Beitrag von ich256 » 18. Sep 2014, 22:05

Ach die, *lach*. Die hilft mir leider nicht weiter, da ich ja den Ersatzrahemn habe. Meine ist BJ 58 nur der E-Rahmen, dazu habe ich kein Baujahr. Habe ich schon irgendwo gefunden. Ich weiß nur nicht mehr wo... :|

Mir ist wie 59. Ich weiß es aber nicht.
Wer Rechtschreibfehler findet, der kann sie behalten ;).

Die mit der BK 350 erzielbaren hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten sind zum großen Teil durch ihre guten Bremsen begründet.

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bujatronic
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Re: gummi Kuh

#9 Beitrag von bujatronic » 22. Sep 2014, 16:49

Eins der Grundprinzipien der Technischen Mechanik (ist ein vielgeliebtes Fach der Ing.-Ausbildung) lautet: Summe aller Momente = Null oder Moment = Gegenmoment.
Wenn man anfahren will, braucht es am Hinterrad ein Drehmoment, das durch ein Gegenmoment aufgefangen werden muß. Man kann sich das so vorstellen, daß das Kardangehäuse sich in die Gegenrichtung drehen oder daß das Ritzel am Tellerrad nach oben klettern will. Bei der Geradewegfederung wird dieses Moment von Gleit- und Führungsrohr völlig aufgenommen und auf den Rahmen weitergeleitet (der deswegen auf der rechten Seite auch meist mit einer Verstärkung versehen ist). Bei Schwingenführung wird dieses Moment auf die Schwinge übertragen, will sozusagen die Schwinge entgegen der Raddrehrichtung drehen und führt daher zu diesem "Aufsteigen".
Bei Kettenantrieb entsteht kein Gegenmoment, weil zum Hinterrad kein Moment, sondern eine (Zug-) Kraft übertragen wird. Dafür werden Schwingen- und Motorlager entsprechend beansprucht, was man nach längerer Zeit an unsymmetrischen Schwingenlagern und verzogenen Motorlagern sieht, TS- und ETZ-Fahrer können ein Lied davon singen.
Bei den modernen Kardanantrieben ist das Kardangehäuse drehbar am Schwingenende befestigt, und das Gegenmoment wird über eine Momenstütze so an den Rahmen geleitet, daß dieser Effekt deutlich verringert ist. Ist nicht neu, eine ähnliche Konstruktion war schon 1909 ausgeführt.
Analog ist das Wackeln des Motors eine Folge des Drehmoments (übrigens nicht nur auf Boxer beschränkt). Jede Zündung bewirkt ein Drehmoment und damit eine Beschleunigung der Kurbelwelle und der damit verbundenen rotierenden Massen, das Gegenmoment will sozusagen den gesamten Motor in die Gegenrichtung drehen. Das hat nichts mit den unausgeglichenen Massemomenten zu tun, diese wollen den Motor senkrecht zur Kurbelwellenachse hin- und herdrehen, und das infolge der Trägheitskräfte der Kolben und Pleuel, die treten also unabhängig von der Zündung auf.
"Vergessen Sie auch nicht, daß jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht ist!"
Obering. Siegfried Rauch

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Richy
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Re: gummi Kuh

#10 Beitrag von Richy » 15. Okt 2014, 21:25

Ich fahre (wenn sie mal wieder repariert ist) unter Anderem eine BMW /5 mit der kurzen Schwinge, wie sie nur in den ersten Baujahren zu finden war.
Dort ist der Fahrstuhleffekt aufgrund der kurzen Schwinge extrem ausgeprägt. Das geht so weit, dass man in Kurven mit großer Schräglage auf keinen Fall das Gas schlagartig zumachen sollte, dann dadurch wird die Bodenfreiheit deutlich reduziert.
Beim forschen Anfahren "klettert" die Maschine gleichmäßig vorne & hinten nach oben, bis sie komplett ausgefedert ist.
Macht man das Gas zu, sackt sie vorne & hinten wieder ab.

Beim Kettenantrieb kippt die Maschine beim Gasgeben nach hinten weg, der Zug an der Kette lässt die Schwinge einfedern und gleichzeitig steigt die Front aufgrund des Drehmoments am Rad nach oben. Dies merkt man besonders stark bei Enduros.

Beim Paralever, also dem am Schwingenende drehbar gelagerten Endantrieb, baut man übrigens absichtlich keine gleichen Hebellängen vorne (am Rahmen) und hinten (am Endantrieb) ein, damit der Fahrstuhleffekt noch leicht vorhanden ist, denn so bleibt die Längsachse des Motorrads beim Gasgeben nahezu waagerecht.

Der klassische 4T-2-Zylinder-Boxer zündet abwechselnd links und rechts, wodurch der Motor im Leerlauf deutlich sichtbar nach links und recht wandert (samt Motorrad). Diese Zündfolge nennt man "Screamer". Man kann die BMW-Motoren auch umbauen, so dass die beiden Zylinder wie die BK die Arbeitstakte gleichzeitig erreichen (Nockenwelle zersägen und um 180° phasenversetzt wieder zusammenschweißen). Dann hat man einen "Big Banger", also quasi einen Einzylinder mit echt viel Hubraum. :wink:

Schön find ich, dass die BK beim Gasgeben auch so schön nach rechts kippt wie die BMWs. Das ist mir vertraut, das macht mir Freude. 8)

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