#4
Beitrag
von bujatronic » 12. Aug 2012, 08:15
das mit dem Schalten machst Du vollkommen richtig. O-Ton in der Betriebsanleitung: "Geräuschloses Schalten setzt jedoch eine gewisse Fahrpraxis und Gewöhnung an das Getriebe voraus." Damit ist dieses kurze Verweilen im Leerlauf gemeint. Beim Runterschalten ist etwas Zwischengas gut. Aber kuppeln würde ich immer, mindestens beim Einlegen des nächsten Ganges, sonst verschleißen die Schaltmuffen unnötig. Ich weiß, daß es auch ohne geht, aber dieses Können sollte man sich aufsparen, wenn mal der Kupplungszug gerissen ist...
Bei allen Getrieben muß zwischen den Gängen ein Leerlauf sein (der jedoch i.allg. nicht rastet), sonst könnte es ja vorkommen, daß während des Wechselns mal kurzzeitig zwei Gänge eingelegt wären, was zum sofortigen Blockieren und zum Getriebesalat führen würde.
Bei den T55-Panzern kam es selten mal vor, daß 2 Gänge drin waren. Das lag an der Konstruktion. Der Antrieb jeder Schaltmuffe (1./R., 2./3., 4./5.) war am Getriebe einzeln herausgeführt, und es gingen 3 Schaltgestänge zum Fahrer. Dort war eine Art Schaltkulisse, die zusätzlich mit einer Sperre versehen war. In die mittlere Gasse 1./R. kam man nur, wenn am Schalthebel eine kleine Klappe betätigt wurde, die über einen Bowdenzug die Sperre löste (beim T34 war es genau andersrum). Aber Bowdenzüge kommen ja auch in die Jahre, der allgemeine Dreck usw. führten manchmal dazu, daß die Sperre hing, und da kam es eben vor, daß 2 Schaltgestänge (meist waren es 1. und 3. Gang) geschoben wurden, und wenn das Fahrzeug langsam genug war, konnten dann 2 Schaltmuffen gleichzeitig reinrutschen. Rumsdibums, mit einem Ruck stand die Karre. Aber soweit ich mich erinnere, waren die Getriebe robust genug und haben kaum Schaden genommen, zumal ein intelligenter Fahrer ohnehin über die Lenkgetriebe ausgekuppelt hätte. Dann kam folgendes Schauspiel: Nach etlichen Kraftausdrücken des bzw. der Vorgesetzten wurden Brechstange und Vorschlaghammer geholt (waren sowieso die wichtigsten Werkzeuge am Panzer und lagen immer bereit), Motorplatte wurde geöffnet, Kühler ausgeschwenkt, dann kam man an die Hebelei am Getriebe ran.
Ein kräftiger Ruck oder 2 Schläge haben dann meist das Problem gelöst...
"Vergessen Sie auch nicht, daß jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht ist!"
Obering. Siegfried Rauch