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von bujatronic » 22. Mär 2013, 21:06
Also, durch Schweißen wird nichts hart. Zum Härten von Stahl braucht es Kohlenstoff, und der ist in keinem Schweißgut drin. Das Problem liegt in den Randzonen, wo das Material nur teilweise schmilzt oder nur geglüht wird, wo dann beim Abkühlen Rekristallisationszonen entstehen, wodurch die Festigkeit (manchmal erheblich) abnimmt. Daher brechen (selbst richtig) geschweißte Teile auch immer wieder neben der Naht.
Da es sich bei dem Kickstarter um ein Schmiedeteil handelt, dessen Festigkeit wesentlich durch das Umformen bedingt ist, würde auch ich vom Schweißen abraten. Das einzige, was evtl. gehen würde, wäre das Zuschweißen auch des großen Lochs, wobei die Erwärmung aber auf das dicke kantige Ende begrenzt sein müßte und dann während des Erkaltens mit ein paar gezielten Hammerschlägen diese rechteckige Form schmieden. Den Rest macht der Bohrer...
Wenn die Erwärmung bis in den dünneren (runden) Bereich fortschreitet, hat man dann dort eine Rekristallisationszone, wodurch die nächste "Sollbruchstelle" geschaffen ist...
Fazit: Gebrauchtes Teil kaufen.
Und an alle: Bedenkt, daß durch mehrfache Überholungen die Kompression des Motors erheblich steigen kann. Ich sehe die Weitung der Wellenbohrung meines Kickstarters jetzt auch mit anderen Augen!
"Vergessen Sie auch nicht, daß jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermögen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht ist!"
Obering. Siegfried Rauch