Motorgehäuse Reinigung

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moorkus
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Motorgehäuse Reinigung

#1 Beitrag von moorkus » 27. Mär 2006, 18:03

Hallo,

nach langer Winterpause habe ich mich heute mal wieder an mein zerlegtes Motorgehäuse gesetzt und wollte die Reinigung fortsetzen. Aktueller Zustand: Auf den Dreck von einigen Jahrzehnten hatte der Vorbesitzer farblosen Lack gesprüht.

Mein Problem: Unter der Lackschicht (die ich jetzt entfernt habe) ist noch irgendeine schwarze schmierige Substanz, könnte altes Fett sein. Und diese lässt sich nicht entfernen. Weder Waschbenzin noch stundenlanges Bearbeiten mit Drahtbürstenvorsatz etc zeigen Auswirkungen.

Welche Varianten könnte ich noch probieren? Am liebsten wäre mir ja ein Reinigungsmittel, dass den restlichen Dreck von 5 Jahrzehnten gleich mit wegnimmt.

Gruß,
Markus

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kutt
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#2 Beitrag von kutt » 27. Mär 2006, 21:34

hmmm

evtl bremsenreiniger mal versuchen

ich habe bei mir das finish mit einer schleifpaste gemacht - ist zwar ne hundearbeit aber ging gut

wenns gar net geht glasperlenstrahlen

moorkus
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#3 Beitrag von moorkus » 28. Mär 2006, 10:01

Mit Bremsenreiniger werde ich's mal versuchen.

An Strahlen hatte ich auch schon gedacht, aber da habe ich Angst um die ganzen Dichtflächen. Es ist ja alles komplett zerlegt. Und das Gehäuse nur zum Strahlen provisorisch zusammenbauen wollte ich eigentlich auch nicht...

Die Arbeit mit Schleifpaste kenne ich, ich habe meine Felgen wochenlang erst mit immer feinerem Nassschleifpapier abgeschliffen und dann mit Schleifpaste nachgearbeitet. Dafür habe ich jetzt richtig glänzende Alufelgen :-)

Markus

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kutt
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#4 Beitrag von kutt » 28. Mär 2006, 10:21

naja -- das ist immer die sache

einen zu finden der beim strahlen genug elan in die sache setzt und alle sitze und flächen ordentlich abklebt.

manche gehen da nach dem motto ran "glasperlen schaden nur dem schmutz und nicht der oberfläche"

deshalb habe ich auch meinem strahler "auf (nimmer)wiedersehen" gesagt, nachdem dem der mir bei einem meiner zylinder die untere dichtfläche mit gestrahlt hat, obwohl das nicht nötig gewesen wäre und ich auch noch extra gesagt hatte, daß er das nicht machen soll ... der "dichtheit" schadet das zwar nicht nur stört mich, daß er es so gemacht hat wie er es für richtig hält und nicht wie ich es als kunde gewünscht hatte.

ich glaube, daß ich das nächste mal vorher ein probestück gebe (irgend nen alten kopf oä) und mir dann erst mal ankuke wie gut er's gemacht hat.

MZ-BK-Junkie
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#5 Beitrag von MZ-BK-Junkie » 14. Apr 2006, 01:02

Hängt ja davon ab, wie es ausssehen soll.

Glasperlengestrahlt sieht ja wie neu aus.

Das ist aber nicht wirklich mein Fall.

Ich weiß auch nicht wirklich, ob der BK-Motor Original so ausgesehen hat.
Das wäre aber denkbar.

Jedenfalls weiche ich mein Zeugs erstmal in Nitroverdünnung ein, strahle es dann mit Quarzsand (Vorsicht,- voll schädlich!) und freue mich dann über das gleichmäßig matte Aussehen (so ein bißchen Titanähnlich).

Das reinige ich dann vorzugsweise im leicht angewärmten Zustand mit Lidl Badreiniger aus der Sprühflasche. Aber Vorsicht! Das zersetzt ganz schnell jegliche Zinkschicht! Für Alu scheint es aber Super zu sein!

AR-15
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#6 Beitrag von AR-15 » 17. Apr 2006, 00:06

Hallo zusammen,
ich habe seinerzeit das Motorgehäuse wie folgt sauber bekommen:
- kleine Plastik-Badewanne kaufen
- Gehäsehälfte rein
- guten (mittlerweile irre teuren) Bleifrei-Sprit rein; aber nicht nur bodenbedeckend, sondern das Gehäuse fast bedeckend
- vorher einweichen lassen (am besten über Nacht)
- dann mit harter Scheuerbürste (regional auch "Wurzelbürste" genannt) scheuern...scheuern...scheuern....!
Ist recht gut geworden, ohne die Oberfläche chemisch oder mechanisch (Strahlen) zu verändern. Keinerlei Abdichtungen Notwendig. Keinerlei Gefahr für Lagersitze, etc.
Nachteile: das stinkt erbärmlich und ist nur im Freien praktikabel (mit vieeeel Zeit über mehrere Tage), und die "Brühe" muß dann ja auch irgendwie noch entsorgt werden.
Zum "Einweichen" hatte ich mir einen luftdich verschließbaren Eimer besorgt (gibt´s z.B. bei der METRO mit 10 kg Kartoffelsalat drin; oder diverse 25 kg-Behälter für Winterstreumittel, etc. ) und ein paar Tage stehen lassen. Das Bleifrei-Zeug ist recht aggressiv (auch im Tank, wenn nicht Zweitaktgemisch draus gemacht wurde...), erfüllt aber hier mal einen guten sekundären Zweck. War nicht gerade eine "angenehme" Arbeit, aber diverse Forenmitglieder (u.a.) kennen das optische Ergebnis.
Gruß
AR-15

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kutt
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#7 Beitrag von kutt » 17. Apr 2006, 09:16

heh AR-15

da ich TDI Treiber bin mach ich das genau so .. halt nur mit diesel

das gute daran ist, daß diesel einen dampfdruck wie ein tisch hat und man das nahezu unendlich lange offen stehen lassen kann -

und das zeug löst auch richtig gut ellemöglichen fette und öle
Zuletzt geändert von kutt am 26. Feb 2008, 08:41, insgesamt 1-mal geändert.

moorkus
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#8 Beitrag von moorkus » 17. Apr 2006, 16:19

Danke an alle für die Tips.

Ich habe jetzt die eine Gehäusehälfte wunderbar mit Abbeizer sauber bekommen. 2x auftragen und je eine Stunde einwirken lassen haben gereicht.

Gruß,
Markus

Oldie

#9 Beitrag von Oldie » 18. Apr 2006, 13:19

Hallo zusammen,
für die Vorreinigung habe ich gute Erfahrungen mir Motorrad-Komplettreiniger oder Motor-Komplettreiniger. Mehrnmals einsprühen und einwirken lassen und dann mit heißem Hochdruck abkärchern. Ich fahre dazu meist mit meinen Teilen zur Tanke, da gibts dann kein Entsorgungsproblem und wird sehr schön sauber. Für die Nachbearbeitung verwende ich eine Nylon-Schleifbürste aus dem Baumarkt. Dichtmittelreste bekommt man sehr gut mit Edelstahlputzwolle ab.
Für die Reinigung von Kleinteilen, Vergasern usw. im Keller verwende ich meistens Lampenöl oder Grillanzünder. Das Zeug ist sehr gut fettlösend und stinkt nicht.
Gruß Oldie

mopped.sven
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#10 Beitrag von mopped.sven » 15. Sep 2006, 12:00

Also ich strahle meine Gehäuse immer, hatte da ich noch nie ein Problem mit Dichtflächen oder so. Ich klebe diese auch nicht ab, beim Glasperlen arbeite ich ja eh mit Durck um die 4 Bar, da passiert der Dichtfläche nicht wirklich viel, anschließend ziehe ich falls was ist die Dichtfläche ab und fertig.

ddomes
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#11 Beitrag von ddomes » 15. Sep 2006, 13:04

...ich auch noch:
Motor und Getriebe hatte ich seinerzeit mit Kaltreiniger und Schleifflies auf top-Zustand gebracht. War keine ewige Schufterei, klar, 2-3 Durchgänge waren aber notwendig.
Sehr gute Ergebnisse an anderen Teilen hatte bei mir Strahlen mit Alukügelchen (Aluminiumgießerei) gebracht. Dichtflächen sind dort aber unbedingt abzukleben!

Gruß,
Daniel

4Xbiker
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#12 Beitrag von 4Xbiker » 24. Feb 2008, 21:34

will mal ein altes Thema aufwärmen: Alu-Getriebe/Motor Gehäuse reinigen.

Es gibt im Schweißbedarf eine farblose gelartige Beize. Das Zeug hat die
Bezeichnung: EUROTEC TOP 871. Wird normal für die Reinigung von
Edelstahlschweißnähten verwendet. Geht aber super für unsere Moppeds !!

Dazu die Aluteile mit Lappen und Waschbenzin entfetten und danach die Paste auftragen. Temp. sollte schon mind 15 grd C betragen.
15 min einwirken lassen. Man sieht richtig wie das Zeug mit dem Aluminium
reagiert. Anschließend mit warmen Wasser neutralisieren.
Die Oberfläche mit ner weichen Messingbürste nacharbeiten.
Sieht echt gut aus, Porentief sauber !!
Vorsicht bei der Verarbeitung: Handschuhe und Brille tragen, nicht auf Chrom oder Lackteile auftragen.

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André
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#13 Beitrag von André » 25. Feb 2008, 10:42

Hallo 4xbiker,

endlich mal wieder ein nützlicher Tip für den Schrauber :D

Wenn es wirklich so einfach geht und das Ergebnis stimmt, wäre es ja eine tolle Sache bzw. Alternative.

Zwei Fragen:
1. Wie reagiert die neutralisierte Wasser-Eurotec-Mischung auf mein Grundstück? :roll:
2. Hast Du die Elektrongussteile auch so gesäubert?



Gruß André
Nach "FEST", kommt "AB" !

hanswurst
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#14 Beitrag von hanswurst » 25. Feb 2008, 16:35

Stichwort Motorreinigung!

Ich nehme für die Reinigung von Alu und Chrom Nevr Dull vom Conrad oder POLO-Shop. Das Zeug ist einfach in der Handhabung und macht den Block schön sauber.

:D


Christoph

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#15 Beitrag von oldisegler » 25. Feb 2008, 18:59

Hallo,
das einfachste und billigste ist nach wie vor der einfache und außerordentlich billige Essigreiniger aus der Drogerie. 1 Liter ca 0 ,80€. Das Gehäuse in eine Plastikiste, Essigreiniger rein und einige Tage einweichen. Dabei mit einem harten Pinsel immer mal wieder das Gehäuse abwaschen. Das vorher - nachher kann man auf www.Schrauberkeller.de.vu unter "Technische Restauration" sehr gut sehen. Das beste ist aber, dass man den Reiniger wenn er vorsichtig abgegossen wird zu anderen Reinigungsarbeiten weiter verwenden kann.
Gruß Oldisegler
Auszüge aus dem Inhalt meines Blogs http://bk350.wordpress.com:
Instandsetzung Telegabel und Motor,
Tipps bei Startproblemen, Modellbau,
Restaurationen, Technische Änderungen, Forumstreffen usw.

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