Kardangehäuse
Moderator: Ulrich
Kardangehäuse
Hallo Leute,
wie ich gestern meinen Ersatz-Kardan aus der Teilekiste krame entdecke ich an einer Stelle des Gehäuses eine "krümelige" Stelle. Das kann man direkt mit dem Fingernagel abkratzen, total bröselig. Was ist denn da passiert? Womit reagiert denn der Aluguss in der Kiste??? Und noch wichtiger: Kann man das noch retten???
Viele Grüße
Hubert
wie ich gestern meinen Ersatz-Kardan aus der Teilekiste krame entdecke ich an einer Stelle des Gehäuses eine "krümelige" Stelle. Das kann man direkt mit dem Fingernagel abkratzen, total bröselig. Was ist denn da passiert? Womit reagiert denn der Aluguss in der Kiste??? Und noch wichtiger: Kann man das noch retten???
Viele Grüße
Hubert
brauche Hilfe aus Deutschland
Hallo Deutsche BK Freunde!
Ich bin ein italienischer BK-Fan: habe mich in diese Maschine aus technischen Gründen verliebt ,so habe ich mir in Deutschland eine BK 350 gekauft und will sie jetzt korrekt restaurieren. Natürlich brauche ich dafür Hilfe aus Deutschland.
Ich habe viele Fragen für die BK Experten des Forums.
Wenn einer von euch auch nur eine Frage beantwortet, das wird doch eine Hilfe für mich sein.
1. Meine BK ist Nr.883630,also soll Bj. 1958 sein. Stimmt das?
2. Für dieses Baujahr ist eine Restauration in Rot mit weisse Linierung korrekt?
3. Wie bekommt man die korrekte Farbe?
4. MZ Emblem: Metallplaketten oder geklebt?
5. Felgen: immer gleich wie Motorrad lackiert?
6. Rücklichtsgehäuse: auch gleich lackiert oder schwarz oder chrom?
7. Kardangehäuse: Sandstrahlen plus Lackierung?
8. Hauptfrage: kann die BK 350 als “zuverlässig“ benannt werden
Ich bin ein italienischer BK-Fan: habe mich in diese Maschine aus technischen Gründen verliebt ,so habe ich mir in Deutschland eine BK 350 gekauft und will sie jetzt korrekt restaurieren. Natürlich brauche ich dafür Hilfe aus Deutschland.
Ich habe viele Fragen für die BK Experten des Forums.
Wenn einer von euch auch nur eine Frage beantwortet, das wird doch eine Hilfe für mich sein.
1. Meine BK ist Nr.883630,also soll Bj. 1958 sein. Stimmt das?
2. Für dieses Baujahr ist eine Restauration in Rot mit weisse Linierung korrekt?
3. Wie bekommt man die korrekte Farbe?
4. MZ Emblem: Metallplaketten oder geklebt?
5. Felgen: immer gleich wie Motorrad lackiert?
6. Rücklichtsgehäuse: auch gleich lackiert oder schwarz oder chrom?
7. Kardangehäuse: Sandstrahlen plus Lackierung?
8. Hauptfrage: kann die BK 350 als “zuverlässig“ benannt werden
Hallo Caprioli,
erst einmal ein "Herzlich Willkommen" und meinen Respekt für Deine guten Deutschkenntnisse!
Aus demHut kann ich Dir bei folgenden Fragen helfen:
2. Es wurden immer rote und schwarze MZ gebaut, Du kannst es Dir also aussuchen. Es gab auch noch eine hellfrüne Exportversion mit teilverchromten Tank.
3. Schwarz dürfte nicht schwierig sein. Rot ist kritisch. Wir haben im Forum festgestellt, dass verschiedene Rottöne original sind. Vergiss nicht, es war nach dem Krieg und in (Ost)deutschland herrschte Mangelwirtschaft. Also hat man an rot genommen, was ähnlichaussah. Dazu kommt, dass derrote Lack der damaligen Zeit sich unter Sonneneinstrahlung verändert - er wird brauner, weil die roten Farbpartikel verbleichen. Wenn Du eine rote hast, schraub mal das Rücklich ab, darunter ist oft unverblichener Lack. Ein anderer Ot ist die Schutzplatte am Rahmen für den Kickstarter, abschrauben und den Rahmen (und Unterseite der Platte, wenn sie noch original ist) anschauen.
Ich habe bei mir festgestellt, dass der Farbton aus der heutigen RAL-Palette am nähesten kommt (ich glaube RAL 3007, muss aber noch einmal nachschauen). Also, es gibt nicht "das eine " Rot, sondern Abweichungen gab es damals und sind (aus meiner Sicht) auch heute akzeptabel. Zu Rot gehört eine sogenannte "altweiße" Linierung, also ein leicht angegrautes Weiß, nciht ganz so strahlend.
zu 4: Es gab drei Varianten der MZ-Plaketten - aus Metall, als Wasserabziehbilder und als Aufkleber. 1957 waren Wasserabziehbilder, für 1958 kann Dir vielleicht jemand anderes weiterhelfen.
zu 6: Das Licht wurde von einer Drittfirma geliefert, die das Rücklicht auch als allgemeines Zubehör auf den Markt lieferte (dann meist universalfarben also in schwarz oder eben chrom). So weit ich weiss, war es bei Auslieferung in Motorradfarbe lackiert, habe aber auch schon andere Vairanten (Chrom) gesehen, ob die später nachgerüstet oder original ausgeliefert wurden, war nicht erkennbar. Mit der Lackierung in Motorradfarbe machst Du nichts falsch.
zu 8.: ja, wenn man sie einmal am rollen hat. Der Wartungsaufwand für den Motor ist geringer als bei einem Viertakter, die Einstellarbeiten bis sie läuft aber etwas diffiziel durch die zwei Vergaser. Wenn Du sie alltäglich fahren willst empfiehlt sich eine Umrüstung auf 12V und elektronische Zündung. Es gibt da ein (teures) Angebot von MZ-B, die verwender sind sehr zufrieden. Ansosnten ist es ein Motorrad aus den 50er Jahren und für den damaligen Level zuverlässig.
Jens
erst einmal ein "Herzlich Willkommen" und meinen Respekt für Deine guten Deutschkenntnisse!
Aus demHut kann ich Dir bei folgenden Fragen helfen:
2. Es wurden immer rote und schwarze MZ gebaut, Du kannst es Dir also aussuchen. Es gab auch noch eine hellfrüne Exportversion mit teilverchromten Tank.
3. Schwarz dürfte nicht schwierig sein. Rot ist kritisch. Wir haben im Forum festgestellt, dass verschiedene Rottöne original sind. Vergiss nicht, es war nach dem Krieg und in (Ost)deutschland herrschte Mangelwirtschaft. Also hat man an rot genommen, was ähnlichaussah. Dazu kommt, dass derrote Lack der damaligen Zeit sich unter Sonneneinstrahlung verändert - er wird brauner, weil die roten Farbpartikel verbleichen. Wenn Du eine rote hast, schraub mal das Rücklich ab, darunter ist oft unverblichener Lack. Ein anderer Ot ist die Schutzplatte am Rahmen für den Kickstarter, abschrauben und den Rahmen (und Unterseite der Platte, wenn sie noch original ist) anschauen.
Ich habe bei mir festgestellt, dass der Farbton aus der heutigen RAL-Palette am nähesten kommt (ich glaube RAL 3007, muss aber noch einmal nachschauen). Also, es gibt nicht "das eine " Rot, sondern Abweichungen gab es damals und sind (aus meiner Sicht) auch heute akzeptabel. Zu Rot gehört eine sogenannte "altweiße" Linierung, also ein leicht angegrautes Weiß, nciht ganz so strahlend.
zu 4: Es gab drei Varianten der MZ-Plaketten - aus Metall, als Wasserabziehbilder und als Aufkleber. 1957 waren Wasserabziehbilder, für 1958 kann Dir vielleicht jemand anderes weiterhelfen.
zu 6: Das Licht wurde von einer Drittfirma geliefert, die das Rücklicht auch als allgemeines Zubehör auf den Markt lieferte (dann meist universalfarben also in schwarz oder eben chrom). So weit ich weiss, war es bei Auslieferung in Motorradfarbe lackiert, habe aber auch schon andere Vairanten (Chrom) gesehen, ob die später nachgerüstet oder original ausgeliefert wurden, war nicht erkennbar. Mit der Lackierung in Motorradfarbe machst Du nichts falsch.
zu 8.: ja, wenn man sie einmal am rollen hat. Der Wartungsaufwand für den Motor ist geringer als bei einem Viertakter, die Einstellarbeiten bis sie läuft aber etwas diffiziel durch die zwei Vergaser. Wenn Du sie alltäglich fahren willst empfiehlt sich eine Umrüstung auf 12V und elektronische Zündung. Es gibt da ein (teures) Angebot von MZ-B, die verwender sind sehr zufrieden. Ansosnten ist es ein Motorrad aus den 50er Jahren und für den damaligen Level zuverlässig.
Jens
Danke, dass Sie mich gelesen haben. Sie haben eine kleine Signatur sehr glücklich gemacht.
wilkommen im forum
zu 7: ja unbedingt
das selbe mit:
- linke hintere achsaufnahme
- naben
- vorderer bremsankerplatte
- (kardangehäuse)
4: müssten eigentlich die großen aluplaketten drann - oder irre ich da?
5: die felgen werden in "wagenfarbe" lackiert. k.a. ob es damals schon verchromte stahlefelgen gab - aus der kalten würde ich aber "nein" sagen
8: ja (wenn sie nicht richtig läuft - stimmt etwas mechanisch nicht)
die einstellung ist natürlich um einiges schwieriger als bei einem einzylinder. das kommt auch daher, daß man jedes mal den deckel, der sich über den vergasern befindet ab- und auch wieder anbauen muß. (ohne den deckel ist die eistellung schon wieder anders). gerade beim standgas hat mich das fast in den wahnsinn getrieben.
zu 7: ja unbedingt
das selbe mit:
- linke hintere achsaufnahme
- naben
- vorderer bremsankerplatte
- (kardangehäuse)
4: müssten eigentlich die großen aluplaketten drann - oder irre ich da?
5: die felgen werden in "wagenfarbe" lackiert. k.a. ob es damals schon verchromte stahlefelgen gab - aus der kalten würde ich aber "nein" sagen
8: ja (wenn sie nicht richtig läuft - stimmt etwas mechanisch nicht)
die einstellung ist natürlich um einiges schwieriger als bei einem einzylinder. das kommt auch daher, daß man jedes mal den deckel, der sich über den vergasern befindet ab- und auch wieder anbauen muß. (ohne den deckel ist die eistellung schon wieder anders). gerade beim standgas hat mich das fast in den wahnsinn getrieben.
Hallo Capriolo,
wir begrüßen Dich im Forum.
Schade dass Deutschland wieder eine BK und somit "Kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" weniger hat
Deshalb freue ich mich, dass Du besonderen Wert auf den Originalzustand legst.
Ich denke, man könnte alle Deine Fragen aus dem Forum heraus lesen, würde jedoch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Weil es ja viele Mitglieder gibt, will ich auch nur eine Frage(Nr. 7) beantworten.
Das Gehäuse des Kardangetriebes besteht, wie einige andere Teile an der BK, aus Elektronguß(Beim technischen Werkstoff Elektron handelt es sich um Legierungen aus mindestens 90 Prozent Magnesium und knapp 10 Prozent Aluminium, außerdem können in geringen, unterschiedlichen Anteilen Zink, Zinn und viele weitere Legierungsbestandteile enthalten sein.)
Der Vorteil dieses Werkstoffes liegt im Gewicht und wurde entsprechend im Flugzeugbau verwendet.
Nachteile sind z.B. dass es in Verbindung mit Wasser nicht korrosionsbeständig ist und man es durch den hohen Magnesiumanteil schlecht bzw. nicht Schweißen kann
Daraus folgt die Antwort auf Deine 7. Frage. Auch wenn das Kardangehäuse original nicht lackiert war, empfehle ich Dir eine entsprechende Schutzlackierung aufzutragen.
Die Hauptfrage der Zuverlässigkeit kann ich nicht wirklich beantworten, weil ich mich auch erst seit 2 Jahren mit diesem Oldtimer beschäftige. Aber wenn Du mir Deine eMail-Adresse sendest, könnte ich Dir einen mehrseitigen Testbericht aus dem Jahr 1955 schicken.
Ich wünsche Dir für die Restaurierung viel Erfolg
Gruß André
wir begrüßen Dich im Forum.
Schade dass Deutschland wieder eine BK und somit "Kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut" weniger hat
Deshalb freue ich mich, dass Du besonderen Wert auf den Originalzustand legst.
Ich denke, man könnte alle Deine Fragen aus dem Forum heraus lesen, würde jedoch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Weil es ja viele Mitglieder gibt, will ich auch nur eine Frage(Nr. 7) beantworten.
Das Gehäuse des Kardangetriebes besteht, wie einige andere Teile an der BK, aus Elektronguß(Beim technischen Werkstoff Elektron handelt es sich um Legierungen aus mindestens 90 Prozent Magnesium und knapp 10 Prozent Aluminium, außerdem können in geringen, unterschiedlichen Anteilen Zink, Zinn und viele weitere Legierungsbestandteile enthalten sein.)
Der Vorteil dieses Werkstoffes liegt im Gewicht und wurde entsprechend im Flugzeugbau verwendet.
Nachteile sind z.B. dass es in Verbindung mit Wasser nicht korrosionsbeständig ist und man es durch den hohen Magnesiumanteil schlecht bzw. nicht Schweißen kann
Daraus folgt die Antwort auf Deine 7. Frage. Auch wenn das Kardangehäuse original nicht lackiert war, empfehle ich Dir eine entsprechende Schutzlackierung aufzutragen.
Die Hauptfrage der Zuverlässigkeit kann ich nicht wirklich beantworten, weil ich mich auch erst seit 2 Jahren mit diesem Oldtimer beschäftige. Aber wenn Du mir Deine eMail-Adresse sendest, könnte ich Dir einen mehrseitigen Testbericht aus dem Jahr 1955 schicken.
Ich wünsche Dir für die Restaurierung viel Erfolg
Gruß André
Nach "FEST", kommt "AB" !
- oldisegler
- Beiträge: 1672
- Registriert: 5. Feb 2006, 18:44
- Wohnort: Dohna bei Dresden
- Kontaktdaten:
Willkommen Caprioli,
zu 1: könnte stimmen, liegt zumindest in dem Bereich
zu 2: frühere Baujahre haben ein sehr dunkles Weinrot spätere Baujahre helleres Weinrot siehe dazu die zwei Maschinen im Register :z. B. Oldie, früheres Bj.
oder DS, späteres Bj. oder natürlich schwarz.
zu 8: wenn die Technik i.O. ist und die Wartung regelmäßig nach Plan erfolgt, ja!!!! ( auch mit der orinaler Zündung !!!!), allerdings dauert es eine Weile bis man alle Eigenheiten beherrscht.
Viel Erfolg wünscht Oldisegler
zu 1: könnte stimmen, liegt zumindest in dem Bereich
zu 2: frühere Baujahre haben ein sehr dunkles Weinrot spätere Baujahre helleres Weinrot siehe dazu die zwei Maschinen im Register :z. B. Oldie, früheres Bj.
oder DS, späteres Bj. oder natürlich schwarz.
zu 8: wenn die Technik i.O. ist und die Wartung regelmäßig nach Plan erfolgt, ja!!!! ( auch mit der orinaler Zündung !!!!), allerdings dauert es eine Weile bis man alle Eigenheiten beherrscht.
Viel Erfolg wünscht Oldisegler
Auszüge aus dem Inhalt meines Blogs http://bk350.wordpress.com:
Instandsetzung Telegabel und Motor,
Tipps bei Startproblemen, Modellbau,
Restaurationen, Technische Änderungen, Forumstreffen usw.
Instandsetzung Telegabel und Motor,
Tipps bei Startproblemen, Modellbau,
Restaurationen, Technische Änderungen, Forumstreffen usw.
Re: Kardangehäuse
Hallo nach Italien
Habe selber auch eine BK Bj.58 in "Maron".
Habe mal einem Freund, der sich bei der Firma Lesonal (Farben und Lacke) mit der Zusammensetzung von Farben beschäftigt (macht auch für die Polizei Analysen), eine Farbprobe mitgegeben. Sein Ergebnis ist das die Farbe "Maron"= Farbe von Citroén RC 423 ist.
Die Weiße Linierung ist mit der Farbe von Ford FEU 411, nicht ganz der Originalton aber den gibt es nicht und konnte auch vor 6Jahren als ich meine BK lackierte nicht angemischt werden, da im Original Partikel in der Farbe waren die "Heute" nicht mehr verwendet werden (dürfen).
Ansonsten viel Spaß beim Schrauben und ein freundliches RengTengTeng
Habe selber auch eine BK Bj.58 in "Maron".
Habe mal einem Freund, der sich bei der Firma Lesonal (Farben und Lacke) mit der Zusammensetzung von Farben beschäftigt (macht auch für die Polizei Analysen), eine Farbprobe mitgegeben. Sein Ergebnis ist das die Farbe "Maron"= Farbe von Citroén RC 423 ist.
Die Weiße Linierung ist mit der Farbe von Ford FEU 411, nicht ganz der Originalton aber den gibt es nicht und konnte auch vor 6Jahren als ich meine BK lackierte nicht angemischt werden, da im Original Partikel in der Farbe waren die "Heute" nicht mehr verwendet werden (dürfen).
Ansonsten viel Spaß beim Schrauben und ein freundliches RengTengTeng
Ein freundliches RengTengTeng
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 64 Gäste