Diverse Fragen eines "Neuen"

Reparatur, Restauration, Adressen

Moderator: Ulrich

Antworten
Nachricht
Autor
Kasulzke
Beiträge: 190
Registriert: 11. Jan 2009, 18:34
Wohnort: ein Dorf bei Greifswald

Diverse Fragen eines "Neuen"

#1 Beitrag von Kasulzke » 19. Jan 2009, 18:45

Hallo Ihr wissenden BK-Schrauber! :D

Vielleicht könnt Ihr einem Greenhorn bei seinen ersten Gehversuchen weiter helfen. :oops: Ich habe bisher viel recherchiert, trotzdem sind bis dato einige Fragen offen geblieben. U.U. ist es Grundlagenwissen, aber das fehlt halt bei mir. Daher in loser Reihenfolge die Fragen. Auch wenn es viele sind, aber Ihr seid ja etliche. Auf jeden Fall Dank im Voraus. :)

1. Vergaser: Nadel 1 gehört zum Flachschieber und hat 7 Kerben??? Nadel 2 demzufolge zum Rundschieber und hat 5 Kerben???
2. Kann, soll man auf Flachschiebervergaser bauen???
3. LIMA: Es gab eine 40W-Variante und eine mit 60W. Warum?
4. Speichen gibt es in der Länge 160mm und 200 mm. Hängt die Länge von der Anzahl der Kreuzungen (2 oder 3-fach) ab ?
5. Wie dichtet Ihr die durchgängigen Bohrungen am Getriebe ab. Dirko HT hab ich irgendwo gelesen, ist das Zeug hierfür O.K.?
6. Was haltet Ihr von Fertan Rostschutzmitteln?
7. Kann man Kabelbäume, Bowdenzüge, Dichtungen, Gummi´s neu kaufen? Oder ist das alles Fernost-Gelumpe? Wenn könnt Ihr empfehlen?
8. Wer kann Bremsbacken neu belegen?
9. Wer kann Kupplungen neu belegen?
10. Wer liefert Verdichtungsringe? Machen das die Firmen, welche auch Zylinder-Kolben schleifen? Wen könnt Ihr empfehlen?
11. Ich habe viel über Planschleifen (z.Bsp. Zylinder zu Zylinderkopf) gelesen; über Planparallellität hat nie einer eine Aussage gemacht. Meiner Auffassung nach macht dies aber erst „dicht“. Wie seht Ihr das?
12. Ist es richtig, das Telegabelfedern für SW-Betrieb gelb markiert sind?
13. Sollte Sandstrahlen notwendig sein, wie schützt Ihr Lagersitze? Oder sollte man in sensiblen Bereiche nur mit Glasperlenstrahlen vorgehen?
14. Was haltet Ihr vom farblosen Lackieren der Elektronteile? Ist es bei Zylinder etc. gut / schlecht???
15. Welche Erfahrungen habt Ihr beim Verzinken von Blechteilen? Bekommt man die Zinkblume später unter dem Lack versteckt? Reicht konventionell (Grundierung, Füller, Lack ggf. Klarlack) nicht aus?
16. Sollte man auf die alte Zündung bauen, oder gleich auf elektronisch umsteigen?
17. Bei wem kauft man Kickstarterfedern?
Nur die Harten kommen in den Garten!

Kasulzke

Privra
Beiträge: 372
Registriert: 5. Jul 2005, 17:39
Wohnort: Leipzig

Re: Diverse Fragen eines "Neuen"

#2 Beitrag von Privra » 19. Jan 2009, 18:58

Ich fang mal mit dem mir bekannten Antworten an:
zu2: die Rundschieber haben wohl eine längere Haltbarkeit, insoweit ist ein Umbau nur aus Originalitätsgründen für Originalitätsfetischisten angezeigt.
zu3.: Original ist mir nur einen 40W-Anlage bekannt. Ein Umbau auf 60W ist aber möglich.
zu4: ja
zu6: was willst Du damit an einem Motorrad behandeln? Rostmittelwie Fertan oder Mike Sanders dienen zur Hohlraumkonservierung. Es kämen also höchstens der Rahmen (wie willst Du da rein kommen?), die Felgenhörner, die Streben des hinteren Kotflügelhalters und derLenker in Frage. Eher sollte man - wenn man so etwas überhaupt unbedingt will - über Steinschlagschutz auf den Kotflügelinnenseiten nachdenken - Ansosnten halte ich von Fertan sehr viel.
zu 7: Bowdenzüge, Dichtungen usw. kann man auch selbst bauen. Ich habe bisher nicht wirklich schlecht Erfahrungen mit derartigen Nachbateun gemacht. Bei einer Standardelektrik geht auch der vorgefertigte Kabelbaum. Hast Du Abweichungen (z.B: Bremslichschalter nicht im Kardan, Seitenwagen) ist selberbauen nach den eigenen Wünschen die schnellste und eifnachste Variante. Kabel ziehen, Schrumpfschlach drüber, die "Abzweige" mit selbst verschweißendem Klebeband umwickeln. Ic hglaube, da kann ich und einige andere hier helfen.
zu 12: ja, auch die hinteren Federn
zu13, am Besten mit den alten Lagern, erst hinter her raus machen, ansonsten abkleben, Korken rein o.ä.
zu 14 - warum nicht silber ?
zu 15: keine, da der Lackaufbau relativ schwer ist. Konventionell reicht m.E.
zu16: ist die Frage ob Katholiken oder Evangelen die besseren Christen sind, es gibt auch russisch-orthodoxe ... worauf kommt es an, Zuverlässigkeit, Originalität, Nachtfahrten etc. pp.
zu 17: bei allen einschlägigen Händlern wie Dietl, Haase, Alvermann
Danke, dass Sie mich gelesen haben. Sie haben eine kleine Signatur sehr glücklich gemacht.

Kasulzke
Beiträge: 190
Registriert: 11. Jan 2009, 18:34
Wohnort: ein Dorf bei Greifswald

Re: Diverse Fragen eines "Neuen"

#3 Beitrag von Kasulzke » 19. Jan 2009, 20:48

Dank dem ersten "Mutigen". Es kommt Licht ins Dunkel.

Wegen der Elektrik.... reicht 1,5mm²?? Wieviel Farben benötige ich?

Hat einer veileicht einen gut lesbaren Schaltplan (als pdf z.Bsp. wäre ja super)
Nur die Harten kommen in den Garten!

Kasulzke

Benutzeravatar
oldisegler
Beiträge: 1672
Registriert: 5. Feb 2006, 18:44
Wohnort: Dohna bei Dresden
Kontaktdaten:

Re: Diverse Fragen eines "Neuen"

#4 Beitrag von oldisegler » 19. Jan 2009, 21:32

Hallo Kasulzke,
ich habe mir erst mal 2 wichtige Sachen besorgt. 1. eine Bedienungsanleitung siehe auch Markus sein Signum und einen Ersatzteilkatalog für das richtige Baujahr. Dann kannst du einige Fragen hier http://www.dietel-fahrzeugteile.de/ und hier http://www.oldtimerteile-haase.de/ beantworten. Die Qualität ist bei beiden, bis auf wenige Ausnahmen, O.K. Die Naben waren silbern lackiert,wie auch die Bremsplatte sowie das Kardangehäuse. Die Zündung funktioniert auch konventionell, braucht aber etwas mehr Pflege und eine genaue Einstellung. Die Speichenlänge hängt vom Baujahr ab, sollte aber sicherheitshalber für Gespannbetrieb 160 sein. Kolbenringe gehören zu neuen Kolben dazu, zum Sandstrahlen verwende ich genau passende Holzstücke die ich mit Silikon zusätzlich abdichte. (Zylinder strahlen) außerdem kannst du auf meiner Hompage http://www.schrauberkeller.de.vu noch einige Hinweise holen.
Gruß Oldisegler
Auszüge aus dem Inhalt meines Blogs http://bk350.wordpress.com:
Instandsetzung Telegabel und Motor,
Tipps bei Startproblemen, Modellbau,
Restaurationen, Technische Änderungen, Forumstreffen usw.

Oldie

Re: Diverse Fragen eines "Neuen"

#5 Beitrag von Oldie » 20. Jan 2009, 10:16

Privra schrieb:
zu6: was willst Du damit an einem Motorrad behandeln? Rostmittelwie Fertan oder Mike Sanders dienen zur Hohlraumkonservierung. Es kämen also höchstens der Rahmen (wie willst Du da rein kommen?), die Felgenhörner, die Streben des hinteren Kotflügelhalters und derLenker in Frage. Eher sollte man - wenn man so etwas überhaupt unbedingt will - über Steinschlagschutz auf den Kotflügelinnenseiten nachdenken - Ansosnten halte ich von Fertan sehr viel.
Kleine Korrektur. Fertan ist ein Rostumwandler, während Mike Sanders ein Hohlraumfett ist, also zwei völlig verschiedene Mittelchen. Man kann auch Fertan nicht einfach in den Hohlraum spritzen und fertig, sondern es muß vor einer weiteren Versiegelung ausgewaschen werden, was die Anwendung etwas kompliziert.
Ich benutze Fertan für die Behandlung aller Eisenteile. Nach dem Entlacken und groben entrosten werden die blanken Oberflächen behandelt und nach einer Einwirkzeit wieder abgewaschen. Fertan wandelt den Rost um und bildet auch auf blanken Eisenflächen eine reaktionsträge Schicht. Das Material rostet anschließend viel langsamer, Unterrostungen werden verhindert. Der Lackaufbau erfolgt anschließend wie gehabt. Ich verwende Fertan schon seit vielen Jahren und man kann beobachten, dass auch an Stellen, wo der Lack mal ab ist, kein Rost entsteht. Dashalb kann ich Fertan zur Rostprävention empfehlen.


Kasulzke schrieb:
14. Was haltet Ihr vom farblosen Lackieren der Elektronteile? Ist es bei Zylinder etc. gut / schlecht???
Aus Elektron sind lediglich die Radnaben und das Kardangehäuse sowie die Klemmfaust an der Hinterradfederung. Diese müssen vor Korrosion geschützt werden, ob silber (original) oder farblos überlasse ich Deinem Geschmack. Alle anderen Alu-Teile brauchen nicht behandelt zu werden und waren es auch nicht. Die Zylinder sind aus Gußeisen und sollten mit Einbrennfarbe behandelt werden.
15. Welche Erfahrungen habt Ihr beim Verzinken von Blechteilen? Bekommt man die Zinkblume später unter dem Lack versteckt? Reicht konventionell (Grundierung, Füller, Lack ggf. Klarlack) nicht aus?
Dünne Blechteile kann man höchstens galvanisch Verzinken oder Spritzverzinken, dabei entsteht auch keine Zinkblume. Allerdings ist der Lackaufbau auf Zink schwierig.
Beim Tauchbadverzinken würde von Deinem dünnen Blech nichts brauchbares übrig bleiben.
Ich praktiziere bei meinen Restaurationen eigentlich immer Sandstrahlen, Fertanbehandlung und normale Lackierung. Bei beanspruchten Teilen wie Rahmen, Fußrasten ect. kann man auch Pulverbeschichten.

Gruß Oldie

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 19 Gäste