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von bujatronic » 20. Jun 2012, 20:43
Verkupfern ist auch ohne Strom ziemlich simpel, mit Kupfervitriollösung geht das in wenigen Augenblicken, einfach Eintauchen.
Das Beschichten mit Kupfer ist aber nicht sehr sinnvoll, da Cu wesentlich edler als Fe ist, also die Korrosion beschleunigt statt sie zu verlangsamen.
Verkupfern ist eher aus technologischen Gründen sinnvoll, z.B. 2T-Pleuel, wo vor dem Härten in der Gasphase eine wenige µm dicke Schicht aufgebracht wurde, damit das Pleuel weich bleibt, die Lagerstellen aber hart werden. Oder aus tribologischen Gründen, so waren die ziemlich hoch belasteten Losräder vom 1.Gang im ETZ-Getriebe verkupfert, weil sich in die Poren der Schmierstoff einbettet. Und natürlich in der Galvanik vor dem Vernickeln und Verchromen, weil sich das weiche Kupfer gut polieren läßt. Wegen der Korrosionsprobleme versuche ich bei den Oldtimerteilen aber auf Cu zu verzichten, es ist mehr Arbeit und kostet auch etwas mehr, hält aber (hoffentlich) länger.
Warum das bei diesen Teilen gemacht wurde, kann ich nicht nachvollziehen, einen technischen Grund kann ich nicht erkennen. Evtl. sollten sie verchromt werden, aber dann kam die ABI???
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