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354 Frank

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#1 Beitrag von 354 Frank » 20. Jun 2012, 20:00

Ich wollte euch mal diese Federbrücke und die Einstellschraube zeigen. Diese Teile wurden offenbar verkupfert aber nicht galvanisch. Ich habe das so schon an zwei BK`s gesehen.
Einer der Besitzer der BK, ein älterer Herr über siebzig der mit der BK auf dem Hänger zu einem Treffen angereist war, wusste zu berichten das das wohl früher mal so gemacht worden ist.(Also original) Der zweite Besitzer konnte keine Aussage darüber machen.Beide BK waren frühere Versionen. Meine Frage:
Warum wurden die Teile Verkupfert? Und ist das erhaltenswert? (Ich überlege ob ich es überlackieren soll)
Es wäre schön wenn jemand darüber etwas sagen könnte.
Gruß Frank
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bujatronic
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Re: Kurioses

#2 Beitrag von bujatronic » 20. Jun 2012, 20:43

Verkupfern ist auch ohne Strom ziemlich simpel, mit Kupfervitriollösung geht das in wenigen Augenblicken, einfach Eintauchen.
Das Beschichten mit Kupfer ist aber nicht sehr sinnvoll, da Cu wesentlich edler als Fe ist, also die Korrosion beschleunigt statt sie zu verlangsamen.
Verkupfern ist eher aus technologischen Gründen sinnvoll, z.B. 2T-Pleuel, wo vor dem Härten in der Gasphase eine wenige µm dicke Schicht aufgebracht wurde, damit das Pleuel weich bleibt, die Lagerstellen aber hart werden. Oder aus tribologischen Gründen, so waren die ziemlich hoch belasteten Losräder vom 1.Gang im ETZ-Getriebe verkupfert, weil sich in die Poren der Schmierstoff einbettet. Und natürlich in der Galvanik vor dem Vernickeln und Verchromen, weil sich das weiche Kupfer gut polieren läßt. Wegen der Korrosionsprobleme versuche ich bei den Oldtimerteilen aber auf Cu zu verzichten, es ist mehr Arbeit und kostet auch etwas mehr, hält aber (hoffentlich) länger.
Warum das bei diesen Teilen gemacht wurde, kann ich nicht nachvollziehen, einen technischen Grund kann ich nicht erkennen. Evtl. sollten sie verchromt werden, aber dann kam die ABI???
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354 Frank

Re: Kurioses

#3 Beitrag von 354 Frank » 20. Jun 2012, 21:00

Tja , also ich hab ja auch keine Ahnung. Ich währe darüber hinweg gegangen wenn ich das nicht an den zwei besagten BK auch so gewesen wäre…
Warum sollten gerade diese Teile Verchromen werden?
Die Schicht ist sehr dick und rau so wie aufgespritzt.
Soll ich die Teile nun so belassen oder lackieren?
Und wer war der ABI?

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Re: Kurioses

#4 Beitrag von bujatronic » 20. Jun 2012, 22:03

ABI war die Arbeiter-und-Bauern-Inspektion, die war gefürchteter als die Polizei, vor allem, wenn es um Mißstände im sozialistischen Produktionsbereich ging.
Verchromen von Motorradteilen war in der DDR fast ein Volkssport, es gab ja ansonsten nüscht zum Tuning...
Ich will nicht wissen, was da so in der Nachtschicht bei MZ oder anderswo durch die Bäder ging, Seitendeckel, Lampen, Kotflügel usw. So etwas taucht ja immer mal wieder bei ebay auf. Obwohl nicht original, spiegeln solche Dinge doch ganz gut die Zeit wider...
Ich kann mich dunkel erinnern, daß es auch Flammspritzanlagen für Cu gab, aber wofür, weiß ich nicht (mehr).
Aber wie schon gesagt, einen technischen Grund kann ich nicht erkennen.
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